Graduale Romanum, Graduale Triplex slovak english

abgelegt in Gregorianischer Choral, Literatur, Noten März 16, 2007 um 21:40

Graduale Romanum & Graduale Triplex

Grundbedarf einer Choralschola ist so genanntes Graduale, das heißt ein Buch von Messgesängen für das ganze Kirchenjahr. Es enthält Gesänge fürs Ordinarium (gleichbleibende Teile der Messe wie Kyrie, Gloria, Credo…) und für Proprium (wechselnde Teile wie Introitus, Graduale, Halleluja, Offertorium, Communio…) Außer von Texten dieser Gesänge, enthält es selbstverständlich auch Noten in Quadratnotation.
Das offizielle Graduale der Katholischer Kirche ist derzeit Graduale Romanum (GR), herausgegeben in 1974. Graduale Triplex (GT) (1979) ist eigentlich Graduale Romanum, angereicht um doppelte neumatische Notation.
Über der quadratischen Schrift ist die Notation aus Laon in schwarzer Farbe überträgt und unten ist in roter Farbe die Notation aus der St. Galler-Familie der Handschriften verzeichnet. In dieser Weise ist die Mehrheit von Gesängen des Propriums notiert. Davon kommt auch der Name Triplex – dreifach.

Zum Vergleich schauen Sie sich photos von gleichen Seiten von GR und GT. (Klicken Sie auf die Bilder um sie im Ganzen zu sehen)

Graduale RomanumGraduale Triplex

Diese Ausgabe war durch “Graduel neumé”, von Dom Eugène Cardine inspiriert. Nach dem Herausgeben von GR im Jahre 1974 erklärten sich zwei Mitglieder der AISCGRE bereit, das Graduale um neumatische Notation zu erweitern. Die Neumen der Handschrift von Laon hat Marie-Claire Billecocq (Veniere, Frankreich) eingetragen und die Neumen der St. Galler Handschriftenfamilie Rupert Fischer (Metten, Bayern).
Folgende Handschriften wurden verwendet (vor allem die drei ersten):

L Laon, Bibl. Munic. 239 nach 930 PM X
C St. Gallen, Stiftsbibl. 359 Ende 9. Jh. PM deuxieme serie, II
E Einsiedeln, Stiftsbibl. 121 Anfang 11. Jh. PM IV
G St. Gallen, Stiftsbibl. 339 1. Hälfte 11. Jh. PM I
SG St. Gallen, Stiftsbibl. 376 11. Jh.
H St. Gallen Stiftsbibl. 390/391 zwischen 996 und 1011 PM deuxieme serie, I
B Bamberg, Staatsbibl. lit. 6 3. Drittel 10. Jh.

Zu Begin eines jeden Gesangsstückes werden die Sigel der Handschriften, denen die Neumen entnommen sind, mit der Seiten– bzw. Foliozahl angegeben. Außerdem sind dort auch die Sigel der ältesten, nicht mit Neumen versehenen Meßantiphonarien verzeichnet, die die betreffenden Stücke enthalten; diese Angaben sind dem “Antiphonale Missarum Sextuplex” (Dom René-Jean Hesbert) entnommen:

M Cantatorium von Monza 2. Drittel 9. Jh.
R Graduale von Rheinau um 800
B Graduale von Mont-Blandin 8./9. Jahrh.
C Graduale von Compiegne 2. Hälfte 9. Jh.
K Graduale von Corbie nach 853
S Graduale von Senlis zwischen 877 und 882

Zum Beispiel auf dem Photo von GT sehen wir, dass Introitus “Omnes gentes plaudite manibus” ist in allen genannten Handschriften (RBCKS) außer Cantatorium von Monza vorhanden. Die Schrift über den Noten ist vom Laon-Handschrift 239 Folie 152 (L152) und die rote Schrift unter dem Text ist vom Einsiedeln 121, Folie 319 (E319)
GR wie auch GT kann man direkt beim Herausgeber — in Benediktiner-Abtei Solesmes kaufen.

Wie ist es bereits auch aus unserem Artikel bekannt, eine Kopie des GR von 1961 steht zur Verfügung online. Hauptunterschied zwischen den beiden GR ist nur in Verteilung der Gesänge. Mit der Hilfe von Index des GR 1974 können wir also ziemlich befriedigend das aktuelle GR ersetzen. Wir finden aber mit großer Wahrscheinlichkeit keine Kopie des GT online (zu mindest nicht bald). Eine Ersatzlösung wäre, die neumen von St. Galler Manuskripts selbst in eigene Kopie des GR eintragen. Es ist keine einfache arbeit, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Ein Stück weiter können sie über eine andere Möglichkeit lesen.

AISCGRE arbeitet fleißig auf der Restitution der Gesänge des GR. In diesem Prozess geht es um Nutzen des manchen neuen Kenntnissen die man durch studieren der ältesten Manuskript gewonnen hat. Das Resultat dieser Tätigkeit sollte ein neues Graduale sein, das von dem Inhalt her am meisten der Choralpraxis in der goldener Ära des gregorianisches Chorals (etwa 9. Jh.) ähnlich wäre.

Deutsche Sektion der AISCGRE veröffentlicht einige Ergebnisse dieser Forschung in seinem Periodikum “Beiträge zur Gregorianik”. Dank dem Herrn Anton Stingl Jun. können wir diese Ergebnisse auch online finden.

In Heften, die Herr Stingl auf seiner Webseite Gregor und Taube veröffentlicht sind Gesänge für einzelne Feier in quadratischer Notation (korrigiert nach BZG) zusammen mit St. Galler neumatischer Schrift über dem Liniensystem. Falls sie nicht stört, das sich die Gesänge von dem was sie aus dem GR kennen unterscheiden, sind diese Materialien Ideale Lösung für eine Choralschola. Bereits heute herausgegebene Dateien decken fast alle Sonntage des Kirchenjahres. Gleichzeitig in diesem Fall entfällt ein Mangel von GR und GT – rhythmisches Zeichen — Ictus.


ictus
Iktus — das vertikale rhytmische Zeichen

Das Rhythmussystem hat Dom Mocquereau aus dem Kloster Solesmes zum ersten Mal im GR von 1908 eingeführt und es hat sich, leider, in die ganze Welt verbreitet. Diese Theorie hat sein später Mitbrüder in Solesmes — Dom Cardine widerlegt, dessen Name mit seinem Werk Gregorianische Semiologie (1968) unauflöslich in die Historie der Rekonstruktion des gregorianischen Chorals eingeschrieben ist. Trotzdem trifft jeder Choralist noch heute Ictus auf jedem Schritt.

Obwohl die Fortschritt in der Semiologischer Forschung ziemlich groß ist (oder gerade deswegen), neues Graduale ist nicht in Sicht. Einige Probleme die mit Herausgeben des neuen Graduale gebunden sind erklärt Daniel Saulnier in einem Beitrag in BZG.

Semiologische Interpretation des gregorianischen Chorals scheint wirklich der richtige Weg zu sein. Deshalb, falls sie denken über Kauf des GR oder GT nach, ich empfehle Ihnen ohne Zweifel das Graduale Triplex. Dessen Preis ist etwas höher als Preis des GR, aber der Wert ist wirklich fast dreimal so hoch. Der nächste Schritt ist dann, die geheimnisvollen Zeichen verstehen zu lernen. Dazu kommen wir vielleicht irgendwann in Zukunft.

Benutzte Abkürzungen:

Quellen:

Lesen Sie auch über unserem Graduale Projekt:

10 Kommentare »

  1. Michal said,

    10.10.2008 um 9:40

    Nemáte prosím nejaké slovenske vydavatelstvo,kde sa dá Graduale Romanum kúpit??

  2. Marek said,

    10.10.2008 um 10:44

    Žiaľ, neviem o žiadnej možnosti zakúpiť GT, alebo GR na Slovensku. Ak máte problém nakupovať cez internet, môžme sa zkontaktovať, možno to spolu vyriešime.

  3. Marek said,

    8.08.2010 um 17:44

    The English version has been corrected with help of Linda Popa. Thanks Linda ;)

  4. Tibor said,

    17.17.2015 um 13:22

    Dom Cardine nie je autorom Gregoriánskej semiológie.

    Žiaľ, vôbec ste nepochopili význam diela Dom Mocquereaua.

    Ktorý variant je „vedeckejší“ — Graduale Novum, Liber Gradualis, alebo niektorý iný?

    Ktorý autor najlepšie “zreštituoval“ spevy — Godehard Joppich, Anton Stingl, Alberto Turco, alebo niekto iný?

  5. Tibor said,

    18.18.2015 um 14:56

    Aby nedošlo k nedorozumeniu, pokúsil som sa moje predchádzajúce stručné poznámky trocha rozšíriť:
    Anglické vydanie Gregorian semiology je z r. 1982. Prvé vydanie tohto diela ale bolo v taliančine, až potom nasledoval preklad do francúzštiny a angličtiny. Hlavnými autormi sú žiaci E. Cardina – G. Joppich a R. Fischer, ktorí pri práci na knihe vychádzali (ako som sa kdesi dočítal) z Cardinových prednášok. V uvedenom anglickom vydaní sú na samom začiatku uvedené nasledujúce slová E. Cardina:
    „It is my pleasure to express gratitude to Dom Godehard Joppich who first conceived this publication and who is entirely responsible for the first edition in Italian.“
    Píšete: „Zároveň v tomto prípade odpadá jedna z vád GRGT — ikty. Teóriu iktov zaviedol Dom Mocquereau z kláštora v Solesmes prvýkrát v GR v roku 1908 a rozšírila sa, žiaľ, do celého sveta.“ Nejde o „vadu“ a rozšírila sa „našťastie“, a nie „žiaľ“. Značenie iktov má dodnes význam hlavne pre amatérskych spevákov. V anglickom vydaní Mocquereauovej knihy Le Nombre Musical Grégorien z r. 1989 sa píše: „…book will …remain …forever worthy of being re-edited in order to remain available to Gregorian chant scholars… …[there are] numerous studies illustrating how fruitful the intuitions of these pioneers [A. Mocquereau a J. Pothier] were…“
    Okrem Mocquereauvho diela z oblasti paleografie patrí jeho chápanie voľného rytmu gregoriánskeho chorálu k podstate jeho diela. To nie je len nejaká „teória iktov“. Pokiaľ ide o samotné ikty, Mocquereau v závere Le Nombre Musical Grégorien píše:
    „570. — The student should begin by giving the ictus a delicate shade of emphasis that can be heard. It will serve to sustain the voice as it passes from note to note. Gradually he should diminish the force of the ictus until, finally, it disappears materially, remaining merely a mental support, an intuition, a feeling for form. By following this process the singer will attain complete control of his voice and will use one or the other of these ways of treating the ictus according to the norms of good taste, of art and the laws of expression.“
    K čomu vedie nechápanie tohto, možno ľahko zistiť na YouTube — vyrojili sa nám speváci-bastardi. (Výraz „bastard“ použil aj Mocquereau, a to pri kritike tých, čo chceli meniť melódie starých rukopisov bez dostatočného zdôvodnenia, len na základe vlastnej chuti a ľubovôle.)
    A teraz sa dostávame k jadru veci. Píšete: „Ak vám teda neprekáža, že jednotlivé spevy sa miestami odlišujú od toho, čo poznáte z GR, zošitky pána Stingla sú ideálnym riešením pre chorálnu scholu. Už dnes zverejnené súbory pokrývajú takmer všetky nedele liturgického roka.“
    Ak máte na mysli koncerty „chorálnej scholy“, nie je potrebné to komentovať. Ak ale navrhujete takto spievať v rámci liturgie, odporúčam počkať na oficiálne „motu proprio“ z Vatikánu. Myslím si, že nie je vhodné, ani správne odporúčať spievať počas liturgie z neoficiálnej (študijnej) verzie. V zásadných záležitostiach má byť v Cirkvi jednota a liturgia je pre Cirkev zásadná záležitosť.

  6. Marek said,

    18.18.2015 um 16:48

    Vďaka za komentár a za jeho rozšírenie.
    V žiadnom prípade nechcem vzbudiť dojem, že Dom Mocquereau nemá zásluhy na novodobých pokrokoch v štúdiu gregoriánskeho chorálu. Bez jeho práce a práce jeho predchodcov a kolegov by ani Dom Cardine nemal na čom stavať. Ikty napriek tomu nepovažujem za nápomocné, ani pre začínajúcich spevákov.
    Argument melodickej jednoty gregoriánskeho spevu pri liturgii mi je sympatický — v našej liturgickej praxi tiež používame štandardné nápevy — aj keď melodická rôznorodosť určite nejde proti liturgickým predpisom.

  7. Tibor said,

    17.17.2015 um 12:11

    O semiologickej metóde interpretácie:

    Most of what the semiology says seems to be towards an opening up of the text, in other words a description and explanation of the text through music. Semiology has to be seen as an aid, not an end in itself. If it becomes an end in itself, problems can arise. If you try and sing everything marked in the semiology you will end up tying yourself in knots and the result will probably be stiff rather than flowing. The singer must never feel a victim of a system and the chant must seem natural.” Charles Cole

    Sacred Music Volume 139, Number 3, str. 23 (Fall 2012)

    (Charles Cole is Director of the London Oratory Junior Choir and the Schola Cantorum of the London Oratory School.)

  8. Marek said,

    17.17.2015 um 12:21

    Súhlasím s týmto pánom… akákoľvek notácia musí byť len pomôckou a spev musí znieť prirodzene a neviazane…

  9. Bertrand THILLAYE said,

    9.09.2016 um 18:11

    Bonjour

    Est-il toujours possible d’acheter vos enregistrements du Graduel ?
    Is it possible to buy your graduale recordings ?

    I like very much what you do
    God bless you

    bertrand thillaye du boullay
    St Germain en laye Yvelines
    France

    + 33 6 5160 2378

  10. Marek said,

    9.09.2016 um 19:10

    Thank you! Yes, the recordings are available on several places:
    iTunes
    CD baby
    Google play

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